72 DLRG Reportage Erstis im Wasserrettungsdienst Das Thermometer hat die 30 Grad unlängst hinter sich gelas sen die Sonne scheint auf ihrem Zenit zu verharren Auf dem feinen Sand verbrennt man sich fast die Haut unter den Füßen Nur noch vereinzelt ziehen die Silbermöwen krächzend ihre Kreise Der leicht salzige Geruch des Meeres liegt in der Luft Und dennoch Wie die Sardinen in der Dose bevölkern dieser Tage Urlauber Badegäste und Einheimische die Strände an der Ostsee Es gibt also viel zu tun für die Rettungsschwimmer des Zentralen Wasserrettungsdiensts Küste ZWRD K Schon von weitem schälen sich die kleinen weißen Häuschen mit ihren Aussichtsplattformen gut erkennbar aus der Timmen dorfer Promenade heraus Der DLRG Adler und die rot gelbe Flagge wehen im Wind und signalisieren Hier sind die Wasser retter aktiv An etwa acht Kilometern Strand sorgen sie für die Sicherheit im am und auf dem Wasser Über 4 500 Mitglieder aus dem ganzen Bundesgebiet wachen jährlich an den Strän den der Nord und Ostseeküste Viele von ihnen kommen schon seit Jahren immer wieder hier her und opfern ihre Freizeit Rund ein Viertel sind hingegen noch echte Neulinge Nils ist einer von ihnen Ich treffe ihn an einem Montagvormittag in der Hauptwache am Timmendorfer Strand Der 17 Jährige seit bereits vier Wochen hier hatte gerade erfolgreich die Schule beendet seine Sachen gepackt und sich sogleich auf den Weg an die Küste gemacht Freunde haben mir vom Wasserrettungs dienst hier an der Küste erzählt Das hat mir so gut gefallen dass ich wenig später direkt in die DLRG eingetreten bin und nun bin ich hier berichtet er stolz Nach seinem Dienst beginnt er eine Ausbildung zum Fachangestellten für Bäderbetriebe In der kompakten Hauptwache ist Platz für mehrere Wachgän ger Es gibt auch einen Behandlungsraum mit Liege Zum Glück musste da noch keiner drauf in meiner Zeit hier meint Nils Abwechselnd besetzen die Rettungsschwimmer die Aus sichtsplattform der Station In gut drei Metern Höhe hat man hier einen optimalen Blick über den Strandabschnitt Davor präsentiert sich die Lübecker Bucht soweit das Auge reicht Der Strand ist gesäumt mit hunderten von Strandkörben überall tummeln sich die Menschen Kinder spielen an der Wasserkan te einige wagen sich weiter ins Wasser noch weiter draußen ziehen Jetskis und kleine Boote ihre Kreise Gar nicht so ein fach hier den Überblick zu behalten Wichtigstes Hilfsmittel da bei ist das Fernglas das sich Nils immer wieder vor die Augen schiebt um mögliche Gefahren schnell erkennen zu können Plötzlich klingelt das Telefon der Wache Eine aufgebrachte Mutter ist am Apparat Sie vermisst ihren kleinen Sohn Nils versucht zunächst die Mutter zu beruhigen notiert sich an schließend die wichtigsten Daten Wie sieht der Junge aus wo und wann wurde er zuletzt gesehen wie sind die Eltern zu errei chen Erst dann werden via Funkgerät weitere Stationen in die Suche mit eingebunden und Suchtrupps losgeschickt Kinder gehen meistens von der Sonne weg deswegen informieren wir jetzt nur die Stationen in dieser Richtung erklärt Wachfüh rer Christian Landsberg Und tatsächlich kommt wenig später die Erfolgsmeldung dass der Ausreißer wieder wohlbehalten ZURÃCK IST a IESE RT DER INS TZE KOMMEN MIT AM H UÆGSTEN vor so Nils sichtlich erleichtert Deutlich mehr Trubel ist einige hundert Meter weiter beim Aquapark neben der Maritim Seebrücke Auf einem riesigen über 1 000 Quadratmeter großen schwimmenden Hinder nisparcours gilt es unzählige Hürden und Hindernisse zu überwinden Allerdings häufen sich leider auch die Einsätze DER 2ETTUNGSSCHWIMMER DIE STETS MIT EINEM 2 NÇATABLE Rescue Boat vor Ort sind und erste Maßnahmen durchführen Neben Kleinigkeiten wie Schürfwunden und Verstauchungen sind manchmal sogar Bänderrisse oder ausgekugelte Schul tern dabei erzählt mir Bootsführer Tyrone ebenfalls neu im Wasserrettungsdienst Das wendige Schlauchboot ist ideal für DERARTIGE INS TZE IT BIS ZU ILOMETERN PRO 3TUNDE PÇÃGEN die Retter durchs Wasser und können Personen so zügig zur Erstversorgung an den Strand bringen Bevor es gegen 18 Uhr in den wohlverdienten Feierabend geht trägt Nils die Einsätze des Tages in die so genannte WUKOS ein Mit der Wach und Kompetenzsoftware für die Wasserrettung werden sämtliche Einsätze und Vorkommnisse der Stationen protokolliert Außerdem können hier Wachpläne erstellt oder Material verwaltet werden Nach der Abschlussbespre chung mit dem Wachführer geht es mit dem Bus nach Scharbeutz endlich Abendessen Hier müssen sich die Wachgänger wie EIGENTLICH ÃBLICH n NICHT EINMAL SELBST VERPÇEGEN DENN EIN eigener Koch sorgt für das leibliche Wohl Anschließend ist der Rest des Abends zur freien Verfügung Be sonders beliebt sind der Besuch der Therme der Bowlingbahn oder die Fahrt mit dem Jetski Getreu dem Motto nach dem Dienst ist vor dem Dienst stehen aber auch kleine Trainingsein heiten wie zum Beispiel Run Swim Run auf dem Programm Es kann zwar durchaus mal stressig werden aber zwischendurch hat man immer wieder ruhige Phasen und nach dem Dienst GENÃGEND REIZEIT AN SOLLTE ZUMINDEST K RPERLICH ÆT SEIN UND auch mal über den eigenen Schatten springen können emp ÆEHLT ILS ALLEN NTERESSIERTEN AM 7ASSERRETTUNGSDIENST Damit geht auch meine Reise zu Ende Es waren viele neue Einblicke in den Wasserrettungs dienst Küste und den Alltag der Erstis die während dieses außergewöhnlich heißen Som mers und den vollen Stränden dennoch cool bleiben und eine hervorragende Arbeit leisten in ihrer Freizeit Respekt Die ganze Reportage erschien in Ausgabe 3 2018 unseres Ver bandsmagazins www lebensretter de

Vorschau Waterkant 2019 Seite 72
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